Arbeitslos und schwanger

Der Wunsch nach einem eigenen Kind besteht schon länger, dann klappt es endlich, aber zum absolut ungünstigsten Fall im Leben einer erwachsenen Frau: Der Job endet vor der Schwangerschaft oder ist befristet und endet noch während der Schwangerschaft. Plötzlich steht man vor dem Existenzminimum mit der Aussicht auf größere Ausgaben und die Chancen jetzt noch schnell einen neuen Job zu finden stehen teilweise ja doch sehr schlecht. Und ganz vorne steht – für die unabhängigen selbstständigen Frauen unter uns – eine große Abhängigkeit vom Partner.

Mein Vater beschreibt meine aktuelle Situation gerne mit: „Du hast ja jetzt einen ganz bedeutenderen Job! Du bist Mutter – auch jetzt schon während dein Baby noch in deinem Bauch ist! Du gehörst zu Hause hin.“. Ich wollte immer Mama sein, am liebsten auch Vollzeit-Mama, um voll und ganz für mein kleines Baby da sein zu können, aber dieser Spruch und die Bedeutung dahinter ist alles andere, was ich wollte. Mein Ziel war immer eine unabhängige und erfolgreiche Mutter zu sein, die Job und Familie und Haushalt gut unter einen Hut bringen kann. Von dem Job „Mama“ kann man sich nicht ernähren – man bekommt kein Gehalt außer Mutterschutzgeld oder Elternzeitgeld, später dann Arbeitslosengeld oder gar Hartz 4 – oder in meinem Fall bekomme ich dann kein Gehalt mehr nach 12 Monaten Arbetislosengeld. Was ist das für eine Aussicht? Man ist zwar in Vollzeit für seine Kinder und den Haushalt da, muss aber finanziell starke Einbußen hinnehmen. Bei meinem Vater zählt dieses Argument überhaupt nicht, denn ich habe ja einen Mann, der das Geld mit nach Hause bringt. Diese Ansicht ist ziemlich veraltet und eigentlich kaum umsetzbar. Mittlerweile wollen Frauen auch zum finanziellen Wohl der Familie beitragen, möchten sich selbst verwirklichen und bestimmte Erfolge erzielen. Und den gesamten Tag zu Hause sitzen, Haushalt und Erziehung schmeißen kann auch ziemlich auf das Gemüt schlagen.

In meinem unglücklichen Fall hat mein Job direkt während unserer Kinderwunschbehandlung geendet und einen neuen Job konnte ich nicht finden, da pünktlich zum Ende des Jobs der erste Corona-Lockdown eingetreten ist und sämtliche Jobangebote und Vorstellungsgespräche auf´s Eis gelegt wurden. Somit sah ich mich gezwungen, bereits während der Schwangerschaft zu Hause zu sitzen. Rückblickend muss ich aber zugeben, dass es mich nicht allzu sehr belastet hat. Mir ging es anfangs sowieso sehr schlecht und durch die Plazentafehllage war ich gezwungen, mich mehr zu schonen, als in einer normal verlaufenden Schwangerschaft. Auch als Vorbereitung auf die Elternzeit mit Kind zu Hause war die Zeit der Arbeitslosigkeit sehr gut. Viele Frauen berichten, dass sie während der Elternzeit zunehmend unter Langeweile gelitten haben und nicht wussten, wie sie sich bis zum Arbeitseintritt beschäftigen sollten. Zumindest berichteten das die Frauen, mit denen ich über die Elternzeit sprach. Während der Schwangerschaft war die Langeweile bei mir ziemlich groß – zumindest als es mir besser ging und ich mehr machen konnte und wollte. Seitdem aber mein kleines Wunder auf der Welt ist, ist die Langeweile adé – es gibt genug zu tun und vieles kommt eindeutig zu kurz (vor allem der Haushalt und mein Wohlbefinden).

Noch ein paar Tipps am Ende für die Anschaffung der Erstausstattung:

  • kaufe gebraucht
  • kaufe rechtzeitig ein, um die Ausgaben über die Zeit bis zur Geburt hin zu verteilen (ich habe im 5. Monat angefangen) bzw. um bestimmte Rabatte und Sonderaktionen wahrnehmen zu können
  • nimm an vielen Gewinnspielen teil – die Chance ist natürlich gering, da viele Mamis daran teilnehmen, aber eine Chance ist es
  • Tritt ganz vielen Babyclubs bei – du bekommst besondere Geschenke und individuelle Rabatte und Gewinnspiele
  • erstelle dir rechtzeitig eine detaillierte Einkaufsliste, schaue regelmäßig drauf und reduziere auf das wirklich nötigste (mehr zur Ausstattung und Kostenübersicht im Beitrag: Anschaffung, Zeitplan und Kosten unserer Babyausstattung (Sommerzeit)
  • erkundige dich in deinem sozialen Umfeld (Familie, Freunde, Bekannte, Kollegen, Nachbarn, usw.), ob diese vielleicht Sachen verschenken würden wollen
  • Stoffwindeln anstatt Wegwerfwindeln sowie Waschlappen anstatt Feuchttücher (man spart nicht nur enorm Geld, sondern schont die Umwelt, erspart sich ständige nervige Wege zur Drogerie, dein Kind wird schneller trocken und du kannst die Windeln auch noch für weitere Kinder verwenden!)
  • Erkundige dich vorher genau, was deine Krankenkasse für Kosten übernimmt. So kannst du dir evtl. Kosten für Medikamente und Sportkurse in der Schwangerschaft einsparen

Man hört und liest bei vielen frisch gebackenen Muttis, dass man wirklich nicht viel für sein Baby braucht. Man kann vieles bei der Erstausstattung einsparen oder später über Rezept verschreiben lassen (z. B. Milchpumpe).

Ein Satz zum Schluss: Du bist einzigartig und verdienst Anerkennung!! Egal ob du arbeitslos bist, dich unnütz fühlst oder freiberuflich tätig bist und keine Einnahmen hast oder dich für den Weg der Karrierefrau entschieden hast! Du bist eine Mami und hast eine besondere Rolle im Leben eines kleinen Wesen und diese Aufgabe meisterst du prima! 🙂

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